War der meist ebenfalls goldene Reichsapfel früher ein Insignium der Macht, ist der seit 2007 verliehene „Goldene Apfel" heute ein Zeichen großer Ehre und Anerkennung – für besondere Verdienste rund um die hessische Streuobstwiese, die „Kinderstube" unseres „Stöffche". Ausgezeichnet mit diesem wahrhaft königlichen Attribut und damit quasi in den Apfel-Adelsstand erhoben werden Personen oder Personengruppen wie Firmen, Vereine oder z. B. Schulklassen alljährlich von den hessischen Verbandskeltereien gemeinsam mit der Naturschutz-Akademie Hessen und der MGH (GUTES AUS HESSEN GmbH).

goldener apfel  LS

Ökologisch von großer Bedeutung und kulturhistorisch eine Besonderheit: Hessische Streuobstwiesen verdienen besonderen Schutz. Zahlreiche Streuobstwiesenbesitzer, aber auch Verbände und Initiativen investieren viel Zeit und Mühe in den Erhalt und die Pflege dieser Wiesen. Mit der Auszeichnung „Goldener Apfel“ möchte die Naturschutz-Akademie Hessen gemeinsam mit der MGH Gutes aus Hessen GmbH und dem Verband der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien e. V. auch in diesem Jahr wieder eine oder mehrere Personen ehren, die sich rund um den Schutz der Streuobstwiesen und deren Produkte besonders verdient gemacht haben.

Gesucht werden daher Privatpersonen oder Unternehmen, Schulklassen oder Vereine, Institutionen oder Initiativen, die sich für diese bedrohten Biotope auf besondere Weise eingesetzt haben. Die Verleihung des Goldenen Apfels findet im Rahmen des Apfelweinfestivals an der Hauptwache in Frankfurt statt. Seit 2007 wird die Auszeichnung jährlich für vorbildliche Verdienste rund um die heimischen Streuobstwiesen verliehen. Seit 2013 wird dieses Engagement zusätzlich mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro belohnt, das idealerweise wieder in die Projektarbeit einfließt.

Jeder Stöffche-Fan, Naturschützer und Interessierte ist aufgerufen, Personen oder Projekte vorzuschlagen, bei denen der Streuobstwiesenschutz oder Produkte der Streuobstwiese eine besondere Rolle spielt. „Wir sammeln alle Vorschläge für geeignete Kandidaten, und nach einer Vorauswahl ermittelt unsere Jury den diesjährigen Preisträger“, erklärt Martin Heil, Vorsitzender des Verbandes der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereine e. V. Im vergangenen Jahr hatte es eine Vielzahl von Vorschlägen gegeben, von denen neun in die engere Auswahl kamen.

Für die Initiatoren dieses Preises ist der Schutz der Streuobstwiese eine Herzensangelegenheit. „Abgesehen davon, dass die Obstwiesen vor allem Äpfel für Apfelsaft und Apfelwein liefern, sind sie auch Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere“, sagt Albert Langsdorf, Geschäftsführer der Naturschutz-Akademie Hessen. „In jedem einzelnen alten Obstbaum können sich rund 300 verschiedene Tierarten ansiedeln.“ Steinkauz, Fledermaus, viele Vögel und Nagetiere sowie Klein- und Kleinstlebewesen und sogar bestimmte Orchideenarten finden in den Streuobstwiesen ideale Lebensbedingungen vor und sind auf diesen Lebensraum angewiesen. Die erhaltenswerte Mischvegetation aus alten Obstbaumsorten und ursprünglichen Wiesen ist heutzutage sogar von wissenschaftlicher Bedeutung. Neben Naturschützern und traditionsbewussten Landwirten setzen sich daher seit Jahren auch viele Privatpersonen, Schulklassen, Gemeindeverwaltungen oder Vereine für den Erhalt der Streuobstwiese ein.

„Wir sind daher auf der Suche nach Personen oder Organisationen, die diese wichtige Aufgabe unterstützen“, stellt Wilfried Schäfer, Geschäftsführer der MGH Gutes aus Hessen GmbH, fest. „Das können die besondere Pflege einer Streuobstwiese oder das Pflanzen neuer Bäume ebenso sein wie die Vergrößerung vorhandener Flächen oder auch besondere Veranstaltungen wie Pflücktage oder Aufklärungsarbeit.“. Fest steht: Ohne den Einsatz engagierter Hessen ist der Erhalt dieses einzigartigen Lebensraums nicht möglich.

Kandidaten für den Preis können bis 15. Juli vorgeschlagen werden (die Verleihung findet im August statt), per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wichtig: Der Vorschlag soll eine aussagekräftige Begründung und die Kontaktdaten des Kandidaten beinhalten.